Sonntag, 9. August 2009

Ein Tag in Graben Graben

Heute hat es mich in die Schoene Stadt Kerikeri verschlagen.
Das ist eine kleine Stadt, 30 km weiter noerdlich von Paihia und nach dem wir am Montag nicht mehr so viele Zeit dort verbringen konnten, bin ich heute nochmal hin. Kerikeri bedeutet "graben graben", was einen annehmen lassen koennte, die Stadt sei ein Loch. Nichts laege weiter von der Realitaet entfernt, auch wenn die umliegenden fruchtbaren Felder gern mal umgegraben werden. Die Stadt ist beruehmt fuer ihre Orangen, produziert Kiwifruechte (bloss nicht Kiwis sagen, darauf sind die Einheimischen allergisch), Gemuese und immer mehr auch Wein.

Nach der Arbeit bin ich dann also gleich mit Johannes (der ebenfalls ein Angestellter hier in dem Hostel ist und ein Auto besitzt) nach Kerikeri gefahren und habe mit ihm dort nur schnell etwas eingekauft und habe mich danach aber allein auf den Weg gemacht, weil er hier nur schnell etwas einkaufen wollte.
Hier befindet sich das aelteste Siedlerhaus aus Holz in unveraendertem Zustand von ganz Neuseeland und Australien und das aelteste Steinhaus von Neuseeland.
Heute kann man dort einen Museumsgang durch die Haeuser machen, erfahren was in den Haeusern war und was sich in den Jahren alles in ihnen befand.
Leider hatte ich aber dafuer nicht genug Zeit, da ich den Track zu den Rainbow falls machen wollte und habe nur mal kurz in den Stone shop hereingeschnuppert und mich mit einer Angestellten in alterttuemlichen Kostuem unterhalten.
Dann musste ich aber los. Ich hatte einen 4 km langen Fussmarsch vor mir und es war schon drei Uhr und ich musste als allererstes einen Fluss ueberqueren und das war nicht einfach. Ich wollte nicht gleich schon zu beginn nass werden.
Unterwegs kam ich an einem alten Elektrizitaetshaus vorbei, indem die ersten Siedler Strom von einem kleineren Wasserfall unterhalb der Rainbow falls produzierten. Weiter oben gab es eine paar Stellen, die im Sommer gerne von vielen Besuchern genutzt werden, um schwimmen zu gehen und ansonsten ging der Weg als nah am Wasser entlang mit vielen Kurven und an schoenen Baeumen und Palmen vorbei. Das Flussbett war sehr schoen geschwungen, man wollte andauernd anhalten und Fotos knipsen und das Wasser war sehr klar.
Die Rainbow falls waren sehr schoen und man hat sie auch schon von weiten gehoert. Sie sind mit 27 metern sehr laut, aber leider war ich ein wenig spaet und es war zum schluss auch sehr bewoelkt, sodass ich keinen Regenbogen mehr sehen konnte. Aber es war trotz allem ein sehr schoener Track.
Nun musste ich zusehen, dass ich nach Hause komme. Ich war allein unterwegs und Johannes mit dem ich hier herkam war schon laengst zuhause und es war schon halb 5. Ich hatte 30 km Fussmarsch vor mir und um halb 6 wird es hier momentan dunkel.
...Oder man versucht es mit Hitch Hacking (Trampen).
Das war mein erstes mal, dass ich sowas versucht habe in meinem Leben ... und... ich werde es wieder machen! Ich habe keine 10 minuten warten muessen und schon kam ein netter neuseelaendischer Bauer vorbei, der sich die Gnade gegeben hat, mich mitzunehemen. Allerdings hat die Freude nicht lange angehalten und ich musste auch schon wieder aussteigen. Leider hatten wir nicht das selbe Ziel, war aber auch nicht schlimm war. Es wurde inzwischen schon etwas dunkel, aber wieder hat es gerade nur 10 min. gedauert und ich wurde von einem netten Maori mitgenommen, der gerade auf dem Nachauseweg von der Arbeit war. Wir redeten ein wenig und dann musste ich nochmal umsteigen. Dann hatte ich Glueck und ein Ehepaar, die ebenfalls in Paihia wohnen pickten mich auf und hatten mich sogar bis vor die Haustuer gefahren. Ich bin mir natuerlich auch im klaren, dass ich Glueck hatte und vielleicht auch mal mit nicht so guten leuten zusammentreffen kann, oder niemand haette mich mitgenommen und ich haette nach Hause laufen muessen und waere wahrscheinlich jetzt noch immer unterwegs. Aber ich hatte bis jetzt immer nur Gutes gehoert und habe soetwas auch nur Tagsueber vor.
Zuhause angekommen gab es dann noch eine Dusche, ein wenig zu essen und das war mein Sonntag.
Viele Gruesse nach Hause

Christoph

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